„Noch lange keine Lipizzaner" von Olga Kosanović
“Die Macht geht vom Volk aus, das steht in der österreichischen Verfassung – doch wer ist das Volk, wenn in Wien mittlerweile über ein Drittel der Bevölkerung nicht wahlberechtigt ist?”
Im Rahmen unseres Semesterthemas „Demokratisches Handeln“ war die Sektion 5 am 18.9.2025 im Kino und hat sich den hybriden Dokumentarfilm„Noch lange keine Lipizzaner“ von Olga Kosanović angeschaut. Im Anschluß hatten wir die Ehre, die Regisseurin und Autorin in der BO zu einem Gespräch zu Gast zu haben.
Ausgehend von ihren eigenen Erfahrungen mit den absurd hohen Barrieren auf dem Weg zur Erlangung der österreichischen Staatsbürgerschaft, verhandelt Kosanovićs Film universelle Fragen nach Selbstbild und Außenwahrnehmung, nach einer Politik der Exklusivität, nach der Frage, wie und nach welchen diffusen Kriterien ein „Wir“ konstruiert wird, um die „Anderen“ nicht teilhaben zu lassen und in ihrem Status als „Fremde“ festzuschreiben.
Wir hatten eine zweistündiges, hoch konzentriertes und sehr interessantes Gespräch mit Olga über die Praxis des Filmemachens, die ästhetischen und politischen Ansätze, die sie mit ihrem Film verfolgt, über Publikumsreaktionen, über Identität und Doppelstaatsbürgerschaften, über die MA35 und die Frage nach der Zukunft unseres demokratischen Gemeinwesens.